Friedensdienst im Ausland

Sophie macht einen Freiwilligendienst im ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt

Ich möchte in meinem Freiwilligenjahr etwas Sinnvolles tun

Sophie (19) macht mit "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" ein freiwilliges Jahr in Tschechien. Sie hätte sich auch ein anderes Land vorstellen können. Entscheidend ist für Sophie die Tätigkeit gewesen. In der Gedenkstätte Theresienstadt hat sie das gute Gefühl, einen sinnvollen Friedensdienst zu tun.

 

Theresienstadt (Terezín) ist heute eine tschechische Kleinstadt mitten im malerischen Nordböhmen. Vor allem ist Theresienstadt aber ein Ort des Gedenkens für die Opfer des Holocaust. Von 1941 bis 1945 diente die Stadt den Nationalsozialisten als jüdisches Ghetto. Tausende Menschen wurden von Theresienstadt aus in Vernichtungslager deportiert.

In der Gedenkstätte unterstütze ich die pädagogische Abteilung. Wir planen, organisieren und betreuen deutschsprachige Gruppen, die für mehrere Tage die Gedenkstätte besuchen. Das Programm besteht aus Führungen durch das ehemalige Ghetto und Ausstellungen der Gedenkstätte, thematischen Workshops sowie Exkursionen in die Gedenkstätte Lidice oder nach Prag in das jüdische Viertel. In Prag werden Synagogen besichtigt, und wir organisieren Zeitzeugengespräche mit Überlebenden, die von ihren persönlichen Eindrücken und Erlebtem erzählen.

Warum das Freiwilligenjahr für mich das Richtige ist

In mir reifte schon lange der Wunsch, nach der Schule eine Zeit lang in einem anderen Land zu leben und Erfahrungen zu sammeln. Besonders wichtig war mir bei der Wahl meiner Freiwilligenstelle die Arbeit und nicht das Land. Ich bin überzeugt, dass das Leben in jedem Land auf seine eigene Art eine großartige und spannende Erfahrung ist. Jedes Land hat seine besondere Geschichte, Traditionen und Kultur. Somit war es für mich entscheidend, dass ich in meinem Freiwilligenjahr einer sinnvollen Arbeit nachgehe. Ein Freiwilligendienst, bei dem ich eine richtige Unterstützung sein kann. Ich glaube dies mit der Freiwilligenstelle in Theresienstadt gefunden zu haben.

Info Box

Informationen zum Friedensdienst im Ausland

Die verschiedenen Anbieter und Entsendeorganisationen der evangelischen Trägergruppe bieten dir einige Möglichkeiten, dich im Ausland zu engagieren. Du kannst bei Workcamps und Projekten mitarbeiten, die sich zum Beispiel für Frieden, Völkerverständigung und Versöhnung einsetzen oder Beiträge für mehr Gerechtigkeit, Entwicklung und Umweltschutz leisten. 

Diese Friedensdienste im Ausland werden nicht immer über ein Programm gefördert. Doch in der evangelischen Trägergruppe gelten für alle Dienste und Einsatzstellen im Ausland gemeinsame Qualitätsstandards. Das bedeutet für dich: Du wirst auf deinen Freiwilligendienst umfassend vorbereitet und pädagogisch begleitet.

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Länder
Inhalt: 

weltweit in zahlreichen Ländern

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Dauer
Inhalt: 

3 bis 24 Monate

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Einsatzfelder
Inhalt: 

Frieden und Entwicklung, Politik und Verwaltung, Kultur, Natur- und Umweltschutz, Soziale Dienste, Kultur, Handwerk und Technik

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Alter
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18 bis 26, zudem Angebote für Über-27-Jährige

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Voraussetzungen
Inhalt: 

je nach Angebot Sprachkenntnisse und passende Ausbildung

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Weitere Infos
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Einen guten Überblick der internationalen Friedensdienste im evangelischen Umfeld findest du bei der "Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden" (AGDF) unter www.friedensdienste.de

Bei den Evangelischen Freiwilligendiensten: 
www.ev-freiwilligendienste.de

Bei den Evangelischen Missionswerken in Deutschland (EMW):
www.emw-d.de

 

Ich hoffe, mit meiner Arbeit in der Gedenkstätte vor allem bei den Besuchern bleibende Eindrücke zu hinterlassen, ihnen Anstöße zum Nachdenken und vielleicht auch zum Handeln zu geben. Ich hoffe, bei ihnen das Bewusstsein dafür zu stärken, wie dankbar wir für unser Leben in einer friedvollen Gesellschaft sein können. Wie zerbrechlich diese ist und wie unersetzlich wichtig es ist, sie zu schützen und zu stärken.

Seminare bereiten auf den Friedensdienst vor

Auf meiner Suche im Internet stieß ich auf "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" (ASF), fand mich in den Grundsätzen und Zielen der Organisation wieder und bewarb mich. Die Bewerbung besteht aus einem ausführlichen Lebenslauf und einem Motivationsschreiben, in dem fünf Fragen zu beantworten sind. Zwei Monate später lädt ASF zu einem viertägigen Informations- und Auswahlseminar ein. Dort wurden wir genauer über die Möglichkeiten informiert, mit ASF einen Freiwilligendienst zu machen und lernten viele Mitbewerber kennen. Zudem sprachen wir mit ehemaligen Freiwilligen über unsere Motivation für den Freiwilligendienst und unsere Vorstellungen. 

Ich kann jedem nur empfehlen sich für einen Freiwilligendienst zu bewerben. So ein Jahr im Ausland ist eine wunderbare Erfahrung, die ich jedem wünsche. Bezüglich der Auswahl sollte sich niemand zu große Sorgen machen. Ganz wichtig ist, dass du einfach du selbst bist, ganz natürlich und dich nicht verstellst. Schließlich betreut die Organisation dich das ganze Jahr über im Ausland. Besonders meine Ansprechpartnerin in der Gedenkstätte ist immer für mich da und und hat mir den Einstieg in die Arbeit, die viel Verantwortung und Selbstständigkeit fordert, erleichtert. Sollten die Vorstellungen vom Freiwilligen und der Organisation in unterschiedliche Richtungen gehen, sind beide unglücklich mit der Situation.

Vorfreude aufs Wiedersehen mit den anderen Freiwilligen

ASF begleitet durch das ganze Jahr. Bereits im Vorfeld erhältst du viele Informationen zu deinem Dienst, deinem Land und deiner Einsatzstelle. Zu Beginn eines Freiwilligendienstes steht ein zehntägiges Vorbereitungsseminar an, auf dem du in kleinen Gruppen viel lernst und erarbeitest. Vor allem lernt man sich besser kennen und kann Freundschaften schließen. Nach diesem Vorbereitungsseminar reist du gemeinsam mit deiner Ländergruppe in dein neues Heimatland, in dem du gemeinsam mit allen ASF-Freiwilligen ein Länderseminar mit Referenten besuchst. Erst danach beginnt die Arbeit in deiner neuen Einsatzstelle.

Während des Jahres triffst du deine Ländergruppe immer mal wieder auf Seminaren. Da geht es um spannende Themen wie zum Beispiel "Was kann ich gegen Rassismus tun?" Zum Ende des Jahres trifft man sich zum Abschlussseminar wieder. Zurück in Deutschland bietet ASF ein Rückkehr- und Nachbereitungsseminar für alle Freiwilligen an. Auf dieses Seminar bin ich ganz besonders gespannt. Gespannt, all die Freiwilligen wieder zu sehen, zu hören was sie erlebt haben und zu sehen wie sie sich durch das Jahr verändert haben. 

Protokoll: Jörn Polzin

 

Stellen zum Tätigkeitsbereich
Nordirland
Belfast

Die Archen von Jean Vanier sind christlich geprägte Lebensgemeinschaften, in denen Menschen mit geistiger Behinderung mit Menschen ohne Behinderungen zusammen leben. Neben der individuellen Unterstützung der einzelnen Menschen mit Behinderungen geht es vor allem darum, ein gemeinsames Leben zu organisieren und gestalten.

Der/die Freiwillig unterstützt Menschen mit Behinderung, erledigt hauswirtschaftliche Arbeiten wie Kochen, Waschen, Putzen etc. und gestaltet die Freizeit und Fest mit den Menschen in der Gemeinschaft.

Uganda
Mpererre (Vorort von Kampala)

Ein Rehabilitationszentrum für Kinder mit Behinderungen in Kampala. Kinder mit Behinderungen werden im Zentrum untersucht, erhalten medizinische (Verbände, Gipse..), therapeutische (Kranken- und Beschäftigungstherapie) soziale (Sport, Spiel, Beratung, Kreatives) Versorgung sowie psychosoziale Unterstützung. Sie werden mit einem Elternteil aufgenommen, welche auch unterrichtet werden, um etwas über die Behinderung ihrer Kinder zu lernen und die Kinder später zu Hause weiter zu fördern.

Uganda
Kampala

Die Organisation setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung in ärmeren Stadtteilen der Hauptstadt Kampala ein. Die Berufsschule bildet junge Schüler_innen, Student_innen im Bereich Gartenbau und Landschaftsgestaltung aus.

Mitarbeit in der Berufsschule, Katalogisieren von Pflanzen, Erstellen und Wartung einer Datenbank, Mitarbeit bei Bauarbeiten auf dem Gelände, gärtnerische Aktivitäten, Übernahme kleinerer Lehrtätigkeiten (z.B. im IT-Bereich, Sport)

Uganda
Ngogwe (Dorf zwischen den Städten Kampala und Jinja)

YARD ist eine Organisation im ländlichen Raum und unterstützt unterschiedliche Projekte. Die Hauptarbeitsgebiete sind: 1. die nachhaltige ländliche Entwicklung in den umliegenden Gemeinden; 2. die Unterhaltung eines Berufsbildungszentrum im Dorf Ngogwe (zwischen den Städten Kampala & Jinja), wo die hauptsächliche Einsatzstelle des Freiwilligen ist. Hier werden junge Menschen in handwerkliche Berufe wie Tischler_in, Maurer_in, Schneider_in, Elektriker_in oder Friseur_in sowie Sekretär_in und Erzieher_in ausgebildet.

Uganda
Kampala

Leben und Arbeiten in einer Gemeinschaft mit Menschen mit geistigen und z.T. körperlichen Behinderungen. Die integrativen Lebensgemeinschaften der Arche nach Jean Vanier gibt es weltweit und besteht in Kampala seit 1990.

Spiel-, Sport-, und kreative Aktivitäten mit den Bewohner_innen der Arche, alltägliche Haushaltsarbeiten (kochen, putzen, etc.), Assistenz bei der Pflege und ggf. Hilfstätigkeiten im administrativen Bereich (z.B. Erstellung Newsletter, Fundraising).

Uganda
Nakaloke (in der Nähe von Mbale)

Gemeinschafts- und Gemeinwesenprojekt für ländliche Entwicklung und Ökologie: Gesundheitszentrum, ökologische Bildungsarbeit in den anliegenden Dörfern, Waisenhaus, Baumschule und Kräutergarten. Einsatzmöglichkeiten: Mithilfe im ökologischem Bereich, im Waisenhaus mit den Kindern, in der beruflichen Bildung (Werkstätten, PC Kurse, Englisch), Gästebetrieb, Landwirtschaft.

Uganda
Mbale, Masaka und Jinja

Es handelt sich um eine nationale, christliche Organisation, die sich für die Bedürfnisse von Straßenkindern und deren Familien einsetzt. Die Kinder/Jugendlichen werden von den Sozialarbeiter_innen auf den Straßen aufgesucht, in Zentren betreut, unterrichtet, ausgebildet, verpflegt und beraten. Ziel ist die Rückführung in die (Groß)-Familien.

Marokko
Tanger

Es handelt sich um ein Kulturzentrum. Zielsetzung ist die Begleitung, Unterstützung und Professionalisierung von jungen marokkanischen Künstler_innen. Der Verein bietet Raum für Veranstaltungen, Tanz, Malerei, Konzerte, Diskussionen, Lesung etc.. Er soll eine Plattform für intensive Diskussionen, Austausch und Wissensvermittlung sein.

Marokko
Rabat

Der Verein Atlas Azawan ist eine marokkanische Organisation mit mehreren unterschiedlichen Bereichen. Unter anderem einem Bereich der sich Visa for Music nennt. Dort wird die Vernetzung von Künstler_innen aus Nordafrika, Subsahara-Afrika und dem Mittleren Osten gefördert. Der Verein organisiert Events auf denen sich die Künstler_innen einem breiteren Publikum präsentieren können. Darüber hinaus aber auch Konferenzen, Workshops und Seminare zur Promotion von gesellschaftlicher Teilhabe durch Kultur.

Marokko
Essaouira

Das Zentrum wurde 1995 gegründet um die Kinderrechte zu fördern und Kinder in schwieriger Lage zu unterstützen. Bayti Essaouira ist ein Tageszentrum für Kinder und Jugendliche in prekären Lebenssituationen.

Der/die FW kann verschiedene Tätigkeiten übernehmen: Hausaufgabenhilfe und Freizeitgestaltung: Sport, Basteln, Märchen erzählen, Spiele, Ausflüge, sowie Unterstützung bei administrativen Aufgaben.

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