Kirche und Gemeinde

Ein Tag mit Mareike in der evangelischen Gemeinde

Mareike (18) macht ein FSJ in der Evangelischen Matthäusgemeinde Münster. Als Freiwillige kann sie ihre vielfältigen Talente einbringen - im Pfarrbüro Flyer entwerfen, Veranstaltungen organisieren, Gitarre spielen, Kinder bei Laune halten und vieles mehr.

 

8:00 

Mein Arbeitstag beginnt mit der Dienstbesprechung, an der alle hauptamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde teilnehmen: der Pfarrer, die Gemeindesekretärin, der Vikar, die Familienreferentin, der Jugendreferent, der Küster und ich als FSJ'lerin. Nach einer Bibellese besprechen wir alles möglich: von Raum- und Terminplanung, über das Planen von Veranstaltungen oder Projekten bis hin zu Ankündigungen und sonstigen Absprachen.

9:00   

Heute untestütze ich zunächst die Sekretärin im Gemeindebüro. Ich bereite Geburtstagsbriefe an ältere Gemeindemitglieder vor: unterschreiben lassen, eintüten und für die Post fertig machen. Per Mail schicke ich unserere neuesten Ankündigungen an die Redaktionen der örtlichen Tageszeitungen. Zu den Veranstaltungen werden auch Plakate und Flyer gedruckt. Die Vorlagen, die ich zum Teil mitgestaltet habe, ziehe ich auf einen USB-Stick. Mit dem Fahrrad fahre ich zum Copy-Shop, wo mich die Mitarbeiter schon kennen, so oft bin ich dort. Um die Ecke ist die Post: Ich bringe Pakete und Briefe hin, kaufe Briefmarken. Auf dem Rückweg fahre ich bei der Bank vorbei und hole Kontoauszüge. 

12:00

Ich gehe über die Straße zum Jugendreferenten. Mit ihm arbeite ich am meisten zusammen. Wir bereiten gemeinsam die wöchentlichen Jugendhauskreise vor. So auch den Jugendgottesdienst, der einmal im Monat veranstaltet wird und auch einmalige Events wie Konzerte oder Freizeiten. Kürzlich hatten wir zum Beispiel ein Vorbereitungswochenende mit dem Team, mit dem wir eine zweiwöchige Sommer-Freizeit in Frankreich planen.

Info Box

Tätigkeitsbereich "Kirche und Gemeinde"
Label / Titel: 
Typische Einsatzbereiche
Inhalt: 

Kirchengemeinden, Missionswerke, Religionsgemeinschaften, (landes-) kirchliche Institutionen und Einrichtungen, Jugendwerke.

Label / Titel: 
Was macht man da alles?
Inhalt: 

Zum Beispiel Jugendhauskreise und andere Jugendangebote leiten, Konfirmandenunterricht, Freizeiten und Familiengottesdienste planen und im Team umsetzen, mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammenarbeiten, Büroarbeit.

Label / Titel: 
Was sollte ich für diese Tätigkeit mitbringen?
Inhalt: 

Spaß im Umgang mit jungen und älteren Menschen, Kreativität, Flexibilität, Eigeninitiative, Selbstbewusstsein, einen Blick für das große Ganze.

Label / Titel: 
Was bringt mir das?
Inhalt: 

Erfahrung im Umgang mit Menschen und in der Organisation von Veranstaltungen. Einblick in die Arbeitsweise von Gemeindepädagogen. Sicherheit beim Vortragen und Anleiten, persönliche Auseinandersetzung mit meinem Glauben.

12:30

Mit dem Jugendreferenten geh ich zum Mittagessen.

13:30

Der "Knallfrosch-Äktschen-Tag" steht auf dem Programm. Ein buntes Spiel- und Spaßprogramm für Kinder im Grundschulalter. Dabei haben wir immer ein bestimmtes Motto – heute: "Astrid-Lindgren-Tag". Der Jugendreferent und ich gehen gemeinsam das Protokoll aus unserem Vorbereitungstreffen durch, fahren noch schnell in die Innenstadt und kaufen die restlichen Materialien für die Spiele.

14:30

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des "Ä-Tags" - wie wir ihn nennen - trudeln ein: ein buntes Team aus Jugendlichen aus der Gemeinde. Gemeinsam besprechen wir den Nachmittag und klären, wer welches Spiel macht. Dann bauen wir alles auf. 

15:15 

Die ersten Kinder kommen. Die meisten kenne ich mitlerweile schon, aber es sind immer ein paar neue Gesichter dabei. Viele kommen aus der nahen Grundschule. Heute sind es 35 Kinder. Manche werden von ihren Eltern gebracht, andere kommen aus der Nachmittagsbetreuung direkt aus der Schule.

15:30

Jetzt geht's los! Erst einmal zum Aufwärmen Fangspiele und kleine Wettkämpfe. Die Kinder werden in Gruppen aufgeteilt. Ich betreue die Pipi Langstrumpf-Gruppe: Wir pflechten Zöpfe, erzählen Abenteuer von Pipi nach und spielen ihre Spiele - zum Beispiel auf Slalomlaufen auf einem Schrubber. Danach gibt es eine kurze Andacht, wir singen Lieder. Dann gibt's Abendessen (heute: Spaghetti!). Zum Schluss machen wir wieder ein paar Spiele und ein Quiz. Mit dabei ist immer ein Mitarbeiter im "Knallfrosch"-Kostüm: der Namensgeber für den Nachmittag.

18:30

Der "Ä"-Tag geht zu Ende. Die Kinder sind noch aufgeregt und tollen herum, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden. Auch ich bin richtig geschafft.

19:00

Wir Mitarbeiter räumen auf. Wir machen noch eine kurze Feedbackrunde: Jeder kann loswerden, was er gut und schlecht fand. Dann verabschieden wir uns, ich gehe nach Hause.

Protokoll: Klaus Martin Höfer
 

Stellen zum Tätigkeitsbereich
Italien
Catania

In Catania haben Freiwillige zwei Aufgabenfelder: Die Gemeindearbeit und die Unterstützung in einer Migrantenunterkunft. Die Gemeindearbeit beinhaltet Büroarbeit, intensive Begegnungen im Gemeindezentrum, Gottesdienste, Kirchenvorstandsitzungen aber auch Gemeindeausflüge zu anderen Gemeindegruppen außerhalb von Catania. In der Migrantenunterkunft können Freiwillige Computerstunden anbieten. In regelmäßigen Abständen findet ein Mittagessen für geflüchtete Menschen statt, welches organisiert werden muss.

Schweden
Göteborg

Die Aufgaben liegen in der offenen Jugendarbeit, in der Nachmittagsbetreuung für Kinder, bei Kindergottesdiensten, in Teekreisen für Ältere, bei der Gestaltung von Freizeitangeboten in Altenheimen und bei Besuchsdiensten für ältere Menschen.

Rumänien
Cisnadie

 Innerhalb der Strukturen der Gemeinde führen Freiwillige allgemeine Gemeindearbeit aus. Die Gemeindearbeit hat eine stark ökumenische Ausrichtung, da an allen Veranstaltungen nicht nur evangelische, sondern auch orthodoxe und weitere Konfessionen eingebunden sind. Das Herzstück der Arbeit ist lokal und emotional die Kirchenburg Heltau, ein historisches Baudenkmal. Hier betreuen Freiwillige im Team von jungen Menschen die internationalen Gäste der Kirchenburg.

Israel
Jerusalem

Zu ihren Aufgaben zählen die Gästebetreuung und Öffentlichkeitsarbeit, die Mitarbeit bei wissenschaftlichen Projekten, die Durchführung eigener Projekte, die Assistenz bei Hausmeisterdiensten, technische Dienste, die Mitarbeit in der Bibliothek, die Besucherbetreuung sowie die Mitarbeit im Gästebetrieb.

Israel
Jerusalem

Zu den Aufgaben der Freiwilligen zählen die Mitwirkung an geistlichen Angeboten, die Beteiligung an der Planung und Durchführung der Betreuung von Besuchern- oder Gemeindegruppen, technische Dienste in der Erlöserkirche und Propstei, Assistenz bei Hausmeisterdiensten, Organisation eigener Projekte und Dienste im Begegnungszentrum auf dem Ölberg.

Frankreich
Paris

Freiwillige werden im Missionswerk "Service Protestant de Mission" (DEFAP) in Paris eingesetzt. Dort übernehmen Sie organisatorische Tätigkeiten und unterstützen das Team vor Ort. Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem die Arbeit in einer Bibliothek, mit Besuchergruppen sowie organisatorische Tätigkeiten - auch im Bereich der Digitalisierung.

Deutschland
Frankenberg

Der Treffpunkt "Lebenswert" in Frankenberg/Sa. ist seit 2006 eine Anlaufstelle für bedürftige Menschen der Stadt. Seit 2015 wird auch eine eigene Kleiderkammer betrieben, die vor allem durch Flüchtlinge frequentiert wird. Die Freiwilligen betreuen die Gäste bei unterschiedlichen Angeboten zu den Öffnungszeiten, wie Frühstück, Mittagessen und Familiennachmittage, übernehmen Transportaufgaben und arbeiten im FCM-Büro mit.

Der FCM e.V. arbeitet weltweit seit 1991 mit unterschiedlichen Partnerorganisationen im Bereich der sozial-missionarischen Hilfe zusammen.

Brasilien

Die AMB ist ein brasilianische Hilfsorganisation, die seit 1988 in Palmeira und Witmarsum arbeitet. Die Mitarbeiter betreuen über 350 Patenschaften für Kinder und Familien. Die Freiwilligen unterstützen die Arbeit des Patenschaftsteams, indem sie Besuchsdienste, Hilfseinsätze und Korrespondenzen übernehmen. Sie gestalten darüber hinaus Kinderprogramme und Familienwochenenden mit aus.

Malawi

MTHUNZI-The Shelters ist eine sehr junge Hilfsorganisation in Malawi, der vor allem die Jugend Ugandas am Herzen liegt. Daher unterstützen die Freiwilligen bei Straßeneinsätzen, Kinder- und Jugendprogrammen und bei Einsätzen in Jugendgefängnissen.

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