Politik und Verwaltung

Simon macht einen Bundesfreiwilligendienst bei der Diakonie Württemberg in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ein Tag mit Simon in der Pressestelle

Simon (19) macht einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Diakonie Württemberg. Er ist im Bereich Jugendkommunikation tätig und schildert einen typischen Tag in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

8:00

Ich komme ins Büro, sage den anderen Kollegen kurz "Hallo" und schalte dann meinen PC ein. Zuerst schaue ich in die E-Mails. Über das Wochenende ist nicht viel gekommen, nur ein Angebot einer Werbefirma, bei der wir Kugelschreiber mit unserem Logo bestellen wollen. Als nächstes ist Facebook an der Reihe. Ich scrolle durch die Neuigkeiten, finde aber um diese Uhrzeit nichts wirklich Relevantes. Dafür haben wir eine Nachricht erhalten, in der uns ein Fan der Seite nach einer ehemaligen Praktikantin fragt.

8:30

Ich bringe meine Fahrtkostenabrechnung bei unserer Sekretärin vorbei. Jetzt, da ich das alles auf einem Blatt sehe, wird mir klar, dass ich in diesem Job oft unterwegs bin. Ich hatte mehrere Termine für Porträts von Freiwilligen und ein Seminar. 

9:00

Während ich wieder im Büro sitze und mir eine To-Do-Liste für den Tag schreibe, trudelt unser Praktikant Andy ein, mit dem ich mir ein Büro teile. "Morgen! Wie war das Wochenende?" Wir unterhalten uns eine Weile. Zwei Jungs im selben Alter, Langeweile im Büro wird heute bestimmt nicht aufkommen.

Info Box

Tätigkeitsbereich "Politik und Verwaltung"
Label / Titel: 
Typische Einsatzbereiche
Inhalt: 

u.a. Medien- und Pressestellen von Diakonie, Kirchen und sozialen Einrichtungen, (Wohlfahrts-) Verbänden, Nichtregierungsorganisationen

Label / Titel: 
Was macht man da alles?
Inhalt: 

Pressemitteilungen schreiben, journalistische Beiträge wie Porträts, Interviews, Berichte, Reportagen verfassen, Gespräche zur Recherche führen, Veranstaltungen wie Begleittage von FSJ und BFD besuchen und darüber berichten, Online-Redaktion, Social Media pflegen, Info-Veranstaltungen mit organisieren

Label / Titel: 
Was sollte ich für die Arbeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit mitbringen?
Inhalt: 

Interesse an journalistischer Arbeit, Affinität zum Schreiben und zur deutschen Sprache, schnelle Auffassungsgabe, Kontaktfreude, Teamfähigkeit, erste Erfahrungen im Umgang mit Computerprogrammen (Office, Bildbearbeitung), Interesse an sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter

Label / Titel: 
Was bringt mir das?
Inhalt: 

zum Beispiel journalistische Erfahrungen, Einblicke in konzeptionelles Arbeiten, Einblicke in die Arbeit einer Pressestelle/Redaktion, Social-Media-Erfahrungen, Einblicke in die vielfältige fachliche Arbeit der Organisation

9:15

Ich telefoniere mit einer Kollegin von der Diakonie Baden, mit der wir die Facebook-Seite betreiben. Wir besprechen einen Post, den ich später machen werde.

9:45

Ich beginne mit meiner Hauptaufgabe an diesem Vormittag: Für die Überarbeitung unserer Homepage bin ich auf der Suche nach Auszubildenden aus verschiedenen sozialen Berufen, die wir dort vorstellen. Das heißt für mich: Erst einmal Ausbildungsstellen und Fachschulen anrufen. Die Leute dort vermitteln mir dann einen Auszubildenden, mit dem ich das Interview am Telefon mache. Heute arbeite ich aber nur noch die letzten Schulen auf der Liste ab – dann heißt es warten, bis diese sich zurückmelden. Manchmal eine langwierige Sache – dafür freuen sich die Auszubildenden aber umso mehr darüber, dass sie interviewt werden.

11:30

Vor der Mittagspause kommt meine Anleiterin ins Büro und zeigt mir den Entwurf für einen Flyer für unsere Roadshow: Mit einen VW-Bus als Infostand fahren wird Schulen an und informieren über Freiwilligendienste. "Auf dem Foto vorne ist aber nur der Bus zu sehen", meint sie. "Da fehlt einfach noch das Leben. Könntest du noch mal eins machen, vielleicht mit einer Person drauf?"- "Klar, kein Problem", meine ich. Wir einigen uns darauf, dass ich auf das Foto soll und mich unser Praktikant morgen fotografieren wird.

12:00

Mittagspause. Wir gehen zum Essen in die Kantine.

12:45

Nach einem kleinen Spaziergang in der Sonne bin ich wieder im Büro. Mein E-Mail-Postfach blinkt energisch – über Mittag habe ich eine Hinweis-Mail bekommen, dass ein neuer Gästebuch-Eintrag auf unserer Homepage darauf wartet, freigeschaltet zu werden. Der Inhalt ist jedoch eher kryptisch: "anwiesbo.bot.mfcfo.ejblpojf…" - eindeutig Spam. Es sind aber auch einige ernsthafte Mails dabei: Zum Beispiel erkundigt sich ein Indonesier nach einem Sonderprogramm für Freiwillige aus dem Ausland. Ich antworte ihm per E-Mail.

13:15

Andy und ich beschließen, die Foto-Aktion jetzt zu machen. Also: Kamera und Busschlüssel holen, ab in die Tiefgarage. Wir fahren den Roadshow-Bus ein Stück nach draußen und stellen ihn schlussendlich vor eine kleine Böschung, damit wir einen guten Hintergrund für das Foto haben. Ich ziehe mir schnell ein "Ran ans Leben"-T-Shirt über und stelle mich in die geöffnete Bustür. Andy fotografiert, wir suchen zusammen das beste Foto aus und fahren zurück.

14:00

Ich lade die Bilder auf den Computer und bearbeite eines ein wenig nach. Besser zuschneiden, Kontrast und Helligkeit verändern, fertig ist das Foto für den Flyer.

14:30

Jetzt ist wieder Facebook an der Reihe: Der besprochene Post muss raus. Es geht um ein badisches Freiwilligenprogramm fürs Ausland, in dem noch Stellen frei sind. Ich überlege mir einen kurzen Text, der das Wichtigste zusammenfasst und möglichst viel Interesse weckt, kopiere den Link zur Homepage des Programms dazu und stelle das Ganze auf Facebook. Erscheinen wird es jedoch erst später, wenn viele Leute in Facebook sind und den Post auch sehen – den Zeitpunkt kann man zum Glück voreinstellen.

15:00

Ich mache mich an die Terminplanung für einen FSJ-Seminartag, den ich nächste Woche besuchen werde. Ich soll einen Text schreiben und Fotos machen, alles für unsere Homepage. Zuerst geht es aber darum, die Referentin an meinen Besuch zu erinnern und die Uhrzeit mit ihr abzusprechen. In diesem Fall muss ich nach Leinfelden, einige Kilometer außerhalb von Stuttgart. Ich bin schon gespannt, was mich dort erwartet – philippinische Stockkampfkunst klingt auf jeden Fall nach einem interessanten Thema.

15:30

Als letztes steht für mich heute noch eine kleine Spezialaufgabe an: Ich entwerfe ein Motiv für Ansteckbuttons, die wir als Werbeartikel herstellen lassen. Ich probiere einige Möglichkeiten aus, am Ende entscheide ich mich für die Variante, in der die Webadresse gebogen am Rand des Buttons entlang läuft.

16:15

Restliche Kleinigkeiten – Mails beantworten, Termine eintragen, Aufgaben für den nächsten Tag aufschreiben.

16:45

Ich verabschiede mich von den Kollegen. Die eine oder andere Überraschung wird sicher auch am nächsten Tag auf mich warten.

Protokoll: Jörn Polzin

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Der/die Freiwillige unterstützt hauptsächlich durch administrative Tätigkeiten und steht im Kontakt zu Flüchtlingen im Ausland.

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ACMOS ist ein Verein für soziale Förderung aus Turin. Seit 1999 trägt ACMOS durch das Verbreiten von Werten wie gegenseitiger Hilfe oder Respekt vor den Menschenrechten zu einer Gesellschaft der Demokratie und Rechtmäßigkeit bei.

Deshalb möchte der Verein Bewerbungen von verantwortungsvollen und kreativen Kindern, Jugendlichen und jungen Paaren für ein kulturelles, soziales und politisches Leben, mit dem Ziel ein besseres Europa zu erschaffen.

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